SONNTAG 24.6.2007

13 Uhr

›Magische Lichtspiele von Eis und Schnee‹, Laterna Magica.
Projektion und Präsentation: ›Illuminago‹, Karin Bienek und Ludwig Maria Vogl
Musik: Rozana Weidmann, E-Piano


Faszinierende Bildverwandlungen vom Sommer in den Winter oder die Freude am Schnee auf projizierten Panoramabildern für Kinder: Karin Bienek und Ludwig Maria Vogl haben für wetterfest° das Repertoire von Illuminago nach winterlichen Szenen durchsucht und ihr Archiv nach Bildern von Eis und Schnee durchwühlt. In einer Laterna magica Soiree werden daraus Lichtspiele gestaltet, die aus den Zeiten von Industrialisierung und Romantik kommen.

Neben die romantische Darstellung winterlicher Motive tritt die Neugier nach fernen Ländern und Expeditionsberichte von mutigen Forschern, die in die weiße Hölle der Polarregionen gezogen sind, um die weißen Flecken von der Landkarte zu tilgen. Mit dem Nebelbild „Das Auswandererschiff” kommt das Programm zum Thema „Sturm”, eines der vergangenen wetterfest°-Themen: In mehreren bewegten Überblendungssequenzen wird die Ausfahrt und der Untergang eines Auswandererschiffs im Sturm gezeigt. Es führt zu zwei Beispielen aus dem Illuminago-Programm „Lichtspiele im Schatten der Armut”, die Eis und Schnee als Metaphern der im 19. Jahrhundert heftig umstrittenen „sozialen Frage” verwenden und z. B. barfüßige Kinder im Schnee zeigen, die, von hartherzigen Menschen unbeachtet, jämmerlich erfrieren.



 

15 Uhr

CHEYENNE AUTUMN
USA 1964, R: John Ford, 151 Min., englische OF

Vorgestellt von Heide Schlüpmann

Die letzten Cheyenne, die in der aufgezwungenen Reservation trotz Kälte und Hunger überlebt haben, wollen nicht aufgeben. Sie machen sich im Jahr 1878 auf in ihr Heimatland am Yellowstone, wo sie gegen die weiße Übermacht kämpfen wollen. Der lange und harte Marsch wird zur Tortur für die Indianer. Doch sie schaffen es den Weg hinter sich zu bringen. Schließlich wartet der härteste Kampf ihres Lebens auf sie, doch Captain Archer (Richard Widmark) sieht, dass seine Truppen die Ureinwohner nicht einfach abschlachten dürfen...
Ein vom Ethos mitmenschlicher Achtung und Verantwortung geprägter Western von John Ford; meisterlich in der Bildgestaltung, bemerkenswert vor allem durch seine epischen Qualitäten und die ungewöhnliche Erzählperspektive aus der Sicht der Indianer.

 

18 Uhr

»Helga Fanderl. Winterfilme«
Super 8-Programm, ohne Ton, Farbe und Schwarzweiß*, Dauer ca. 50 Minuten

In Anwesenheit von Helga Fanderl

Gletscher
Eisschollen
Eisbach
Schlittschuhläufer
Schnee im Jardin de Luxembourg
Züge im Winter
New Hope im Schnee
Warrior's Market
Louis Le Dernier
Giana im Schnee*
Winter*
Aus dem Empire State Building*

New Hope II*
Selbstbild im Blizzard
Züge im Schnee
Möwen auf Eis
Museumsinsel
Hund im Schnee
Osterglocken im Schnee

Helga Fanderl begegnet der sie umgebenden Welt mit der Kamera auf direkte und konzentrierte Weise. Ihre kurzen Filme entstehen beim Filmen selbst - ohne nachträglichen Schnitt - in der Super 8-Kamera. Sie evoziert alltägliche Gegenstände und Situationen und verwandelt sie mit filmischen Gestaltungsmitteln in rein visuelle und rhythmische Ereignisse, die ein anderes Sehen des scheinbar Vertrauten ermöglichen.
Helga Fanderl stellt ihre Filme selbst zu Programmen zusammen, die von Vorführung zu Vorführung unterschiedlich sind. Motive, Stil und Rhythmen korrespondieren oder kontrastieren. So formt sie ein dichtes filmisches Gewebe und einen eigenen filmischen Kosmos.
 

20 Uhr

Diskussion zum Klimawandel

Mit Dr. Gunter Tiersch, ZDF Wetterredaktion, Gerhard Müller-Westermeier, Klimaexperte des DWD, Martina Feldmayer, umweltpolitische Sprecherin Die Grünen, Frankfurt am Main, Moderation Michael Hack, Radio X


Gezeigt wird:

AN INCONVENIENT TRUTH
(Eine unbequeme Wahrheit)
USA 2006, Dokumentation
R: Davis Guggenheim, Cast: Al Gore,
100 Min., englische OF mit dt. UT (Oscar 2007)

Die Menschheit sitzt auf einer Zeitbombe. Wenn die große Mehrheit der internationalen Wissenschaftler recht hat, bleiben uns nur noch zehn Jahre, um eine große Katastrophe abzuwenden, die das Klima unseres Planeten zerstören wird. Die Folge werden extreme Wetterveränderungen sein, Fluten, Dürren, Epidemien und tödliche Hitzewellen von ungekanntem Ausmaß - eine Katastrophe, die wir selbst verschulden.

Das klingt wie nach einem Rezept für schwermütigen Trübsinn und pessimistische Kassandra-Rufe? Warten Sie's ab! Auf den Filmfestivals von Sundance und Cannes sorgte Eine unbequeme Wahrheit für Furore. Regisseur Davis Guggenheim wirft darin einen leidenschaftlichen Blick auf einen Menschen, der mit großem Engagement über Mythen und Missverständnisse beim Thema globale Erwärmung aufklärt und Vorschläge zur Abhilfe macht. Dieser Mensch heißt Al Gore, war Vizepräsident der USA und hat sich nach dem Verlust der Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000 ganz dem Umweltschutz verschrieben. In diesem faszinierenden Portrait von Gore und seiner „traveling global warming show" erweist sich Gore als witzig, engagiert und analytisch präzise. Er präsentiert verblüffende Fakten und Zusammenhänge über den, wie er es nennt, „globalen Notfall". Sein Publikum sind ganz normale Menschen - gerade sie haben einen Anspruch auf Informationen, bevor es zu spät ist.
Im Jahr 2005 erlebte Amerika die schlimmsten Stürme seiner Geschichte. Es scheint, als sei ein Wendepunkt erreicht - und Gore schildert das Szenario dieser düsteren Situation. Zwischen dem Vortrag von Gore streut der Film immer wieder biografische Aspekte ein: wie der idealistische College-Student sich schon früh für Ökologie interessierte; wie eine Familientragödie sein Leben als junger Senator grundlegend veränderte; wie der Mann, der fast US-Präsident wurde, zur leidenschaftlichsten Aufgabe seines Lebens zurückkehrte - überzeugt, dass noch genügend Zeit bleibt, die Dinge zu verändern.
Mit Witz, Humor und Hoffnung schildert Eine unbequeme Wahrheit die überzeugende Argumentation von Al Gore: Wir können es uns nicht länger leisten, die globale Erwärmung als politisches Thema anzusehen, sie ist die größte moralische Herausforderung für die Bewohner dieses Planeten.



 


www.wetterfilmfestival.de