SAMSTAG 23.6.2007

15 Uhr

ATANARJUAT
CA 2000, R: Zacharias Kunuk, 172 Min., OF mit dt. UT
Drehbuch: Paul Apak Angilirq

Ein Nomadenstamm, der vor Jahrhunderten am nördlichen Polarkreis in der kanadischen Arktis lebt, wird durch einen fremden Schamanen mit einem Fluch belegt. Rivalität, Hass und Machtgier zerstören das friedliche Zusammenleben der Inuit: Der alte Stammeshäuptling wird das erste Opfer des aufkeimenden Hasses. Dem hinterhältigen Sauri gelingt es, sich gegen seinen Rivalen Tulimaq zu behaupten und neuer Führer der Gemeinschaft zu werden. Auch Amaqjuaq und Atanarjuat, die wegen ihrer Geschicklichkeit im ganzen Stamm beliebten Söhne Tulimaqs, bekommen den Hass Sauris zu spüren.
Jahre später sind Amaqjuaq, der Starke, und Atanerjuat, der schnelle Läufer, die besten Jäger ihres Stammes. Als Atanarjuat das Herz der schönen Atuat gewinnt, die Oki, Saris Sohn, versprochen war, spitzt sich die Situation zu. Atanarjuat besieht Oki in einem rituellen Kampf und darf Atuat heiraten. Doch die Familie findet keinen Frieden. Eines Tages versuchen Oki und zwei seiner Männer die schlafenden Brüder zu ermorden. Atanarjuat gelingt jedoch die Flucht über das ewige Eis. Er findet Unterschlupf bei einem alten Inuitpaar, das sich vor Jahren vom Stamm abgewendet hat. Die beiden Alten verstecken ihn und pflegen ihn gesund.
Doch irgendwann ist für Atanarjuat die Zeit gekommen, sich dem Fluch zu stellen und den ewigen Kreislauf von Rache und Hass endgültig zu brechen.


 

18 Uhr

›Schnee, der auf Film fällt‹
Der Kurator Philippe-Alain Michaud (Centre Pompidou Paris) stellt
in seinem Programm Filme von 1901 bis 2006 vor.

PATINEURS SUR LE LAC D‘ENGHIEN
F 1901, Produktion: Gaumont, 1 Min., stumm

ALGONQUIN PARK, EARLY MARCH
CA 2002, R: Mark Lewis, 4 Min.

LAND ART
(DENNIS OPPENHEIM DRAWING ON THE SNOW WITH A SKIDO)

D/USA 1968/69, R: Gerry Schum, 5 Min.

172 ZENTIMETER
D 2006, R: Lukas Kindermann, 20 Min.

A LA CONQUÊTE DES CIMES (CONQUEST OF THE PEAKS)
F 1925, R: René Moreau, 42 Min., stumm

Mit freundlicher Unterstützung von Institut français Frankfurt und Hessen
 

20 Uhr

EISGRUB
D 2004, R: Gunter Deller
16 mm, Schwarzweiß, Lichtton, 10 Min.

Die Stadt von oben, gesehen wie in einer Schneekugel.




SOUTH – SIR ERNEST SHACKLETON'S GLORIOUS EPIC OF THE ANTARCTIC
GB 1919, R: Frank Hurley, 80 Min., englische OF

Stummfilm mit Musikbegleitung, Elvira Plenar, E-Piano u. Elektronik

Ein einzigartiges Filmdokument aus dem heroischen Zeitalter der Polarforschung. Nachdem Amundsen 1011 den Südpol erobert hatte, suchte sich der britische Polarforscher Sir Ernest Shackleton eine neue Herausforderung: die komplette Durchquerung der Antarktis über den Südpol. Am 1. August 1014, kurz vor der Kriegserklärung Großbritanniens an Deutschland, sticht sein Schiff , die „Endurance" (Deutsch: Durchhaltevermögen), mit 27 Männern und Shackleton als Expeditionsleiter in See.

Mit an Bord ist der Kameramann Frank Hurley, der den Expeditionsalltag filmisch und photographisch dokumentiert: Die bejubelte Ausfahrt, die ersten Eisberge, den täglichen Kampf gegen das Packeis, den langsamen Untergang der „Endurance" nach monatelanger Drift, die Flucht nach vorn in drei kleinen Beibooten über eines der rauesten Meere der Welt…

Aufführungsgeschichte
1919 veröffentlichte Shackleton ein Buch über seine Expedition mit dem Titel South und hielt eine Vielzahl von Vorträgen, bei denen er Hurleys Film- und Fotomaterial benutzte. Mit einer vierten Expedition kehrte Shackleton 1921 in den Süden zurück, starb jedoch an einem Herzinfarkt auf Süd-Georgien, wo er auch begraben wurde. Sir Ernest Shackleton wurde nur 47 Jahre alt.
Hurleys Expeditionsfilm wurde erstmals 1919 unter dem Titel South in jener Fassung aufgeführt, die Shackleton für seine Vorträge verwendete. Später wurde der Film in unterschiedlichen Versionen sowohl als Vortragsfilm als auch als konventioneller Kinofilm international gezeigt, u.a. in Hurleys Heimat Australien, wo er 1920 unter dem Titel In the Grip of Polar Ice erschien.


 

20 Uhr

LEICHEN PFLASTERN SEINEN WEG
(Il grande Silenzio)
IT/F 1998, R: Sergio Corbucci, 100 Min., deutsche Fassung
Darsteller: Klaus Kinski, Jean-Louis Trintignant

Vorgestellt von Jörg Ritter, Trashnite


Winter 1896. In dem kleinen Dorf Snowhill in Utah sorgt das raue Wetter für Hunger und Not. Mangels eines anderen Auswegs, beginnen die Ärmsten zu stehlen und Überfälle zu verüben. Nachdem ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt wird, müssen sie sich in den Bergen verstecken. Während die Menschen leiden, wird das Dorf zu einem Paradies für Kopfgeldjäger, denen die als gesetzlos geltenden Armen kaum etwas entgegenzusetzen haben.
Als der Ehemann von Pauline dem skrupellosen Kopfgeldjäger Loco zum Opfer fällt, heuert sie den stummen Silence an, um Loco zu töten. Seit Silence als Kind mit ansehen mussten, wie seine Eltern von Kopfgeldjägern getötet wurden, zieht er durch das Land, auf der Jagd nach jenen, die unter dem Deckmantel des Gesetzes Menschen für Geld töten. Um nicht gegen das Gesetz zu verstoßen und so selbst auf die Abschussliste der Kopfgeldjäger zu geraten, provoziert er diese so lange, bis sie zuerst die Waffen ziehen. So kann Silence sie dann in „Notwehr" erschießen.
Loco jedoch lässt sich nicht provozieren. Erst nachdem er den neuen Scheriff, der im Auftrag des Gouverneurs wieder Ordnung in die Region bringen und den Hungernden in den Bergen Amnestie gewähren soll, in den Tod getrieben hat, stellt er sich dem finalen Kampf mit Silence.


 


www.wetterfilmfestival.de